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Swiss OR konform · Einvernehmliche Auflösung

Aufhebungsvertrag Schweiz
— Vorlage für einvernehmliche Auflösung

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Was ist ein Aufhebungsvertrag?

Der Aufhebungsvertrag (auch: Auflösungsvertrag oder Aufhebungsvereinbarung) ist eine einvernehmliche Übereinkunft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzulösen. Im Gegensatz zur einseitigen Kündigung regeln beide Parteien gemeinsam die Bedingungen der Beendigung — das schafft Klarheit und vermeidet Streitigkeiten.

Im Schweizer Arbeitsrecht ist der Aufhebungsvertrag nicht explizit geregelt, er basiert auf der allgemeinen Vertragsfreiheit des OR. Entscheidend ist, dass die Vereinbarung freiwillig und ohne Druckausübung geschlossen wird — andernfalls kann sie wegen Willensmangels (OR Art. 23 ff.) angefochten werden.

Wann ist ein Aufhebungsvertrag sinnvoll?

Restrukturierung

Einvernehmliche Trennung bei Stellenabbau, ohne langwieriges Kündigungsverfahren

Sofortiger Austritt gewünscht

Beide Parteien möchten das Verhältnis früher beenden als die Frist erlaubt

Konfliktsituation

Lösung einer festgefahrenen Situation ohne Eskalation oder Gericht

Neues Stellenangebot

Mitarbeiter hat ein Angebot mit früherem Starttermin — gemeinsame Lösung

Leistungsprobleme

Alternative zur Kündigung mit klaren Abmachungen und Gesichtswahrung

Krankheit / Erwerbsunfähigkeit

Wenn ein Weiterbeschäftigung langfristig nicht möglich ist

Was gehört in einen Aufhebungsvertrag?

Ein vollständiger Aufhebungsvertrag für ein Schweizer KMU sollte folgende Punkte klar regeln:

Auflösungsdatum

Das genaue Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses — kann frei vereinbart werden, auch ausserhalb der ordentlichen Kündigungsfristen.

Freistellung

Ob der Mitarbeiter bis zum letzten Tag weiterarbeitet oder freigestellt wird. Lohnpflicht besteht in jedem Fall bis zum vereinbarten Enddatum.

Abfindung (Abgangsentschädigung)

Freiwillige Zahlung des Arbeitgebers zur Anerkennung der Zusammenarbeit oder als Ausgleich für den Verzicht auf die ordentliche Kündigungsfrist. Höhe ist frei verhandelbar.

Restferien

Noch nicht bezogene Ferientage müssen entweder vor dem Austritt genommen oder finanziell abgegolten werden.

Arbeitszeugnis

Verpflichtung zur Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses gemäss OR Art. 330a — idealerweise mit vereinbartem Ausstellungsdatum.

Rückgabe von Arbeitsmaterial

Laptop, Fahrzeug, Schlüssel, Zugangskarten — Zeitpunkt und Form der Rückgabe festlegen.

Geheimhaltung & Wettbewerb

Fortbestehende Geheimhaltungspflichten nach OR Art. 321a, allfällige Konkurrenzverbote nach OR Art. 340.

Abgeltungsklausel

Bestätigung, dass mit Erfüllung des Vertrags alle gegenseitigen Ansprüche abgegolten sind — schützt beide Seiten vor Nachforderungen.

Häufige Fehler beim Aufhebungsvertrag

⚠️ RAV-Konsequenzen nicht besprochen

Ein Aufhebungsvertrag kann zu einer Einstellfrist beim Arbeitslosengeld führen. Arbeitnehmer sollten sich vor Unterzeichnung beim RAV beraten lassen.

⚠️ Keine Abgeltungsklausel

Fehlt eine abschliessende Regelung, können nach dem Austritt noch weitere Forderungen geltend gemacht werden — z.B. ausstehende Boni, Überstunden oder Spesenrückerstattungen.

⚠️ Druck bei der Unterzeichnung

Wenn ein Arbeitnehmer den Vertrag unter Druck unterzeichnet, kann er ihn wegen Willensmangels anfechten. Ausreichend Bedenkzeit gewähren.

⚠️ Zeugnis vergessen

Das Arbeitszeugnis ist oft der wichtigste Punkt für den Arbeitnehmer. Fehlt eine klare Regelung, entstehen später Konflikte über Inhalt und Zeitpunkt.

Häufige Fragen zum Aufhebungsvertrag Schweiz

Was ist der Unterschied zwischen einem Aufhebungsvertrag und einer Kündigung?
Bei einer Kündigung beendet eine Partei das Arbeitsverhältnis einseitig unter Einhaltung der gesetzlichen oder vertraglichen Fristen. Beim Aufhebungsvertrag einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einvernehmlich auf eine Auflösung — oft zu einem früheren Zeitpunkt, mit individuell ausgehandelten Bedingungen wie Abfindung, Freistellung oder sofortiger Beendigung.
Muss ein Aufhebungsvertrag schriftlich abgeschlossen werden?
Das Schweizer Recht schreibt keine Schriftlichkeit für den Aufhebungsvertrag vor. Aus Beweisgründen ist jedoch eine schriftliche Form dringend empfohlen. Beide Parteien sollten das Dokument unterschreiben, und jede Seite sollte ein Exemplar erhalten.
Hat der Arbeitnehmer nach einem Aufhebungsvertrag Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Dies ist ein wichtiger Punkt: Ein Aufhebungsvertrag kann zu einer Einstellfrist beim RAV führen (bis zu 60 Tage), da der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis ohne "Zwang" mitaufgelöst hat. Dies sollte vor Unterzeichnung besprochen werden. Liegt ein betrieblicher Grund vor (z.B. Restrukturierung), wird die Einstellfrist oft verkürzt oder erlassen.
Was muss ein Aufhebungsvertrag mindestens regeln?
Ein vollständiger Aufhebungsvertrag sollte mindestens regeln: Auflösungsdatum, Freistellung (ja/nein), Restferienkompensation, Abfindungszahlung (falls vereinbart), Arbeitszeugnis (OR Art. 330a), Rückgabe von Arbeitsmaterial und Geheimhaltungsverpflichtungen. Eine abschliessende Abgeltungsklausel ist empfehlenswert.

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